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Prof. Dr. Niels Korte (re.) während des Rededuells auf dem Podium mit Gysi. Prof. Dr. Niels Korte (re.) während des Rededuells auf dem Podium mit Gysi.
Korte lässt Gysi im Rednerduell verblassen

Datum: 03.09.2009

Es war der Abend voller politischer Überraschungen: Der CDU-Direktkandidat Niels Korte (CDU) trat zu einem Rededuell an gegen den Fraktionschef der Linkspartei im Bundestag, Gregor Gysi. Das Duell zwischen dem Mandatsinhaber Gysi und seinem härtesten Konkurrenten Korte um das Direktmandat in Treptow-Köpenick lockte mehr als 400 Einwohner des Bezirks in die Domicil-Seniorenresidenz im Baumschulenweg. Die B.Z. erklärte unseren Direktkandidaten Niels Korte zum Sieger: „Gysi verblasst im Wahlkampf. Korte verkörpert die junge Generation der CDU.“

Es begann, wie es immer beginnt: Gysi erntete gleich zu Beginn die Lacher und den Applaus seiner Anhänger. Sein Rednerstil ist bekannt: „Gewandt, schlitzohrig, schlagfertig“ beschreibt die Zeitschrift Cicero diesen. Einige Zuhörer vermuteten deshalb ein Heimspiel für Gysi. Doch Gysi traf auf einen nicht weniger rhetorisch begabten und zudem bestens vorbereiteten Herausforderer Niels Korte: „Wach, reaktionsschnell und sicher trug er seine Argumente vor“, sagte Matthias Matussek, Moderator und Spiegel-Autor. „Es war nicht das erwartete Heimspiel für Gysi.“

Die Themen des Debattenabends waren bunt und vielfältig: Es ging um Pflegeversicherung und Wirtschaftskrise, um Hartz-IV, Renten und Steuersenkungspläne, um Parteienfinanzierung und Lärmschutz.

In der schiefen Welt der Linkspartei nimmt die soziale Gerechtigkeit in Deutschland immer weiter ab. So war es nicht überraschend, dass Gysi den angeblichen Sozialabbau beklagte und die finanzielle Stützung der Banken kritisierte. Er empörte sich, dass die Große Koalition zwar einen Bankenrettungsschirm gespannt hätte, aber nicht mehr Geld in die Pflege-, Renten- und Krankenversicherungen investieren würde. Korte konterte zu Recht: Rettungsschirm und Pflegeversicherungen können nicht gegeneinander aufgewogen werden, denn durch den Schutzschirm werden die  Spareinlagen der Bürger sowie die Kreditversorgung der Unternehmen gesichert. Die Banken profitierten hiervon nicht. Eine Bürgerin sagte: „Korte hat die komplizierten Zusammenhänge, die den Bankenrettungsfond so wichtig und unverzichtbar machen, sehr anschaulich erklärt!“

Gysi forderte die „Überwindung“ von Hartz-IV, blieb aber konkrete Vorschläge für Alternativen schuldig. Korte wies darauf hin, dass das ursprüngliche Prinzip „fordern und fördern“ umgesetzt werden müsse. Menschen, die mit Regelleistungen leben, müssten konkrete Angebote auf dem lokalen Arbeitsmarkt erhalten. Aus diesem Grund hat Korte für den Bezirk Treptow-Köpenick den Jobführerschein entwickelt.  „Wir können aber niemanden vorwerfen, wenn er bestehende Schlupflöcher im Gesetz nutzt. Deshalb muss das Gesetz besser gemacht werden.“ Gysi pflichtete diesem Argument bei: „Es ist wie bei den Steuerschlupflöchern. Man kann es niemanden vorwerfen, wenn er diese nutzt.“

Unmut gab es bei Gysis Anhängern als Korte auf Frage des Moderators nach den Steuersenkungsplänen der Union sagte: „Steuersenkungen sind richtig! Die Neuverschuldung muss durch die Konjunktur gedeckt werden. Wir denken immer noch: Der Steuer-Kuchen ist da, er muss aufgeteilt werden. Wir sollten stattdessen fragen, wie dieser Kuchen wächst, ohne vom Bürger mehr Steuern einzutreiben. Die Bundesregierung hat milliardenschwere Konjunkturprogramme aufgelegt, um die Wirtschaft anzukurbeln. Es wäre völlig widersinnig, jetzt Steuern zu erhöhen. Wenn SPD und Linke das wollen, dann wollen sie diese Programme sabotieren, die Krise verschärfen.“

Mit seinen sachlichen Argumenten triumphierte Korte über die kabarettistischen Einlagen Gysis.

Bereits 2005 trafen Korte und Gysi in der Auseinandersetzung um das Direktmandat  aufeinander. Gysi gewann den Wahlkreis damals direkt. Auch 2009 gilt Korte als sein aussichtsreichster Herausforderer.

Treptow-Köpenick ist für die CDU im Berliner Osten der Wahlkreis mit dem größten Wachstumspotential. Aus diesem Grund eröffnete Korte im April 2009 seine Wahlkampfzentrale direkt neben dem Wahlkreisbüro Gysis mit den Worten: „Wir greifen an!“ In Treptow-Köpenick findet auch die zentrale Abschlussveranstaltung des Bundestagswahlkampfes mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am 26. September statt.

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